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ALPGOLD Winter 2017/2018

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Skibergsteigen

Skibergsteigen Trendsport mit Tradition Auch wenn es die im unteren Teil bewaldeten und darüber in steile Felwände übergehenden Berge um Berchtesgaden nicht erahnen lassen, ist der Berchtesgadener Talkessel der Hotspot für Skibergsteigen bzw. Skitouren in Deutschland. Seit langem gehen die Einheimischen mit Fellen unter den Skiern auf die Berge. So war der Jenner, bevor die Jennerseilbahn vor 60 Jahren gebaut wurde, schon ein beliebtes Ziel im Winter für die Skibergsteiger. Heute scheint es, als erobern sich die Skitourengeher ihr altes Revier wieder zurück. Der vor etwa 15 Jahren einsetzende Trend des Pistentourengehens macht dies möglich. An manchen Tagen erscheint es, als wären am Jenner mehr Skifahrer am Pistenrand bergauf unterwegs als bergab. Gleiches gilt für die anderen Skigebiete um Berchtesgaden, so sind an schönen Wintertagen am Rossfeld, Götschen oder Hochschwarzeck die Skitourengeher in Scharen unterwegs. Angefangen hat der ganze Trend mit „leistungsorientierten“ Skibergsteigern. Sie nutzten die Pisten abends nach Pistenschluss zum Training für ihre Skitouren im freien Gelände am Wochenende. Irgendwann übertrug sich der Trend auch auf den Tag. Auf den ersten Blick erscheinen Touren im Pistenumfeld gefahrlos. Mit Blick auf die Lawinengefahr trifft dies auch meist zu, aber es entstanden andere Gefahren. Vor allem wenn man am Pistenrand – oder gar mitten in der Piste – aufsteigt, besteht eine erhöhte Gefahr von Kollisionen von aufsteigenden mit abfahrenden Skifahren. Oder abends nach Pistenschluss durch die Pistenpräparierung mit Pistenraupen. Diese Gefahr wird dadurch verstärkt, dass die Präperierung der Pisten häufig an bis zu 500 m langen Stahlseilen stattfindet. Diese Seile stellen eine große Gefahr dar, da man sie in der Nacht nicht sehen kann. Deshalb sollte nach Pistenschluss auch nur im Rahmen der „Tourenabende“ aufgestiegen werden und in keinem Fall, wenn die Pisten präpariert werden! Der Alpenverein hat deshalb gemeinsam mit den Liftbetreibern Verhaltensregeln für „Skitouren auf Pisten“ herausgebracht und in jedem Skigebiet spezielle Tourenabende für Skitourengeher ausgehandelt. Diese Regeln sind auf den Internetseiten des Deutschen Alpenvereins veröffentlicht. Werden diese Regeln befolgt, steht einem Einstieg ins Skitourengehen nichts im Weg. Hierfür eignen sich die Aufstiege auf den Toten Mann im Hochschwarzeck und das Rossfeld in der Oberau ideal, da in beiden Gebieten extra für die Tourengeher ausgewiesene Aufstiegsspuren außerhalb des Pistenbereichs zur Verfügung stehen. Hat man dann erste Erfahrungen mit Skitouren gemacht, dann kann man sich an das eigentliche Skibergsteigen im freien, ungesicherten Gelände trauen. Hier sollte aber zuvor noch ein Lawinen-Sicherheitskurs besucht werden, in dem das Verhalten zur Vermeidung von Lawinengefahren bzw. Verhalten bei Lawinenunfällen geschult wird. So geschult steht einem die ganze Vielfalt der Tourenziele in den Berchtesgadener Alpen zur Verfügung und diese sind sehr vielseitig. Sie reichen von einer kurzen Tour über 500 Höhenmeter über die Eckerleite oberhalb der Rossfeldstraße zum Putschellerhaus bis hin zur Königstour im Frühjahr, dem Watzmann-Hockeck mit 2.000 Höhenmeter. Daneben locken noch bekannte Tourenziele wie die Hochalm mit ihren weiten welligen Hän- 50

ALPGUIDE WEBPORTAL DER REGION HIER FINDEN SIE DIE BESTEN HOTELS SHOPS RESTAURANTS gen, das Watzmannkar zwischen dem großen Watzmann und kleinen Watzmann, die sog. Täler aus dem Klausbachtal und der sehr anspruchsvolle Aufstieg und Abfahrt über das Alpeltal zum Hohen Göll. Im Frühjahr bieten die Berchtesgadener Alpen aber auch eine der bekanntesten Mehrtagestouren der Ostalpen, die Große Reibn. Sie beginnt in Königssee und führt nach einem Anstieg über die Pisten des Jenners zum Schneibstein, um von dort in einem weiten Bogen durch das einsame, nur im Winter gut zugängliche Hagengebirge, vorbei am Kahlersberg, Jägerbrunntrog und den Teufelshörnern, hinweg über den Funtenseeautern zum Funtensee und dem Kärlingerhaus zu führen. Hier steht im Winter ein Raum für Skibergsteiger zur Übernachtung (Selbstversorgung) zur Verfügung. Am nächsten Tag wird zum Ingolstädter Haus und an den Flanken des Hundstods entlang zum oberen Ende des Loferer Seilergrabens aufgestiegen. Durch diesen führt eine Steilabfahrt hinab in das hintere Wimbachtal. Je nach Schneelage kann durch dieses bis zur Wimbachbrücke abgefahren werden. Meist muss man aber in der Mitte des Tals die Skier abschnallen und sie am Rücken das letzte Stück ins Tal hinabtragen. Nach Beendigung der Groß‘n Reib‘n (Hochdeutsch: Große Runde) hat man 50 km und 4.000 Höhenmeter hinter sich gebracht, dies bleibt natürlich nur erfahrenen und konditionsstarken Skibergsteigern überlassen. Aber es muss nicht gleich die Große Reib’n sein, um die Schönheit der Berchtesgadener Berge im Winter zu erleben. Es gibt wie erwähnt auch viele Möglichkeiten für Skitoureneinsteiger, ihre ersten Spuren in den frischen Pulverschnee zu ziehen. Jennerstier – auf dem Weg zum WeltCup Am 17. und 18. Februar 2018 findet am Jenner das bedeutendste Skitourenrennen Deutschlands statt. Hierbei versuchen 100 – 120 sportliche Skibergsteiger so schnell wie möglich vom Tal auf den Gipfel des Jenners aufzusteigen und wieder ins Tal abzufahren. Bereits zum 12. mal messen sich am Jenner die besten und schnellsten Skibergsteiger Deutschlands und dem benachbarten Österreich. Dabei werden in 1 ½ Stunden 1.400 – 1.600 Höhenmeter in Aufstieg und Abfahrt überwunden, zum Vergleich ein „gewöhnlicher“ Skitourengeher benötigt dafür ca. 3-4 Stunden. In diesem Jahr findet der Jennerstier als Generalprobe für den für 2019 geplanten, ersten Weltcup in Skibergsteigen in Deutschland statt. ENTDECKEN SIE DIE HIGHLIGHTS FÜR IHREN TRAUMURLAUB www.alpguide.net

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