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ALPGOLD SOMMER 2019

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am Wasserfall, sondern

am Wasserfall, sondern auch im Wimbachgries. Auf der Kühroint-Alm ist es schon vorgekommen, dass Wanderer ihr Zelt einfach zurück ließen. Billig-Zelte vom Discounter, so scheint es, kann man einfach stehen lassen, wenn man sie nicht mehr tragen möchte. Viel Geld hat man ja nicht verloren – quasi Einweg- Schlaf-Verpackungen für »Natururlauber«. Darüber, was mit ihrem Müll passiert, machen sich solche Nationalpark-Besucher ohnehin keine Gedanken. Früher hat es das nicht gegeben, heute werden die Ranger zur Müllabfuhr. Freilich, ein Großteil der rund 1,6 Millionen Besucher des Nationalparks bleibt auf den ausgewiesenen Wanderwegen und respektiert die Regeln des Schutzgebietes. Doch können einige wenige Gäste auf »Selbsterfahrungs-Trip« an ökologisch sensiblen Stellen sehr viel kaputt machen. Vor allem in den vergangenen zwei Jahren hat die Anzahl der Verstöße gegen Bestimmungen der Nationalparkverordnung erheblich zugenommen. Tendenz: leider weiter steigend. Angesichts dieser Verschärfung der Probleme mit einer kleinen Gruppe an Nationalpark-Besuchern sieht sich die Nationalparkverwaltung zum Handeln gezwungen. In diesem Sommer hat es bereits intensive Kontrollen und gezielte Geländestreifen der Nationalpark-Ran-ger gegeben, auch in Zusammenarbeit mit der Polizei, Wasserwacht und dem Landratsamt. Für das Jahr 2019 sind zusätzliche Kontrollen vorgesehen und bei uneinsichtigen oder rabiaten Gästen werden Anzeigen erstattet. Auch deutlich erhöhte Bußgelder oder zeitlich begrenzte Sperrungen kommen in Frage, ist aus der Nationalparkverwaltung zu hören. Das hat es in der 40-jährigen Geschichte des Schutzgebietes noch nicht gegeben, doch offensichtlich ist eine Grenze erreicht. Die wachsenden Touristenströme und die Möglichkeiten der neuen Medien haben den Nationalpark offenbar vielerorts an die Grenzen seiner Kapazität gebracht. Im Sommer sind die Wanderparkplätze am Wimbachtal, Klausbachtal oder am Hinterbrand oft schon frühmorgens überfüllt. Urlauber reagieren zunehmend verärgert, wenn der Erholungswert aufgrund der Touristenmassen, wie beispielsweise am Königssee, deutlich eingeschränkt wird. Und nicht zuletzt: Wenn viele Menschen unterwegs sind, passiert auch mehr. Rettungseinsätze nehmen zu und mit den ständig steigenden Übernachtungszahlen auf den Berghütten im Schutzgebiet müssen neue Konzepte zur Ver- und Entsorgung her. Eine logische Folge: Immer mehr Hubschrauberlärm, denn wie soll es sonst gehen? Und auch der Verkaufsschlager »E-Bike« wird die Wildtiere des Nationalparks vor immer neue Herausforderungen stellen – vor allem dann, wenn die Räder als Aufstiegshilfe genutzt werden. Dank Motorkraft kommen »Bike-Hiker« heute schnell, bequem und vor allem viel früher am Morgen in höhere Bergregionen und dringen bei ihren Unternehmungen immer tiefer in den Park vor. Ein Ende der Entwicklung ist nicht in Sicht, in Online-Por-talen gepostete »Geheimtipps« ziehen immer mehr Urlauber an und Aufsehen erregende Bauprojekte locken zusätzlich Besucher in die Region.Freilich, der Berchtesgadener Talkessel lebt vom Tourismus und wird es auch in Zukunft tun. Die Frage aber bleibt, auf welche Art. Und um welchen Preis. Geht die Ent-

SALZBURG wicklung ungebremst so weiter, wird die nächste Generation nicht mehr viel haben, was sie hochqualita-tiv touristisch vermarkten könnte. Denn wie sagte schon Hans-Magnus Enzensberger im Jahre 1979: »Der Tourist zerstört, was er sucht, indem er es findet«. Klingt vielleicht abgedroschen, ist aber wohl ebenso wahr wie aktuell. Eine zentrale Aufgabe des Nationalparks ist es, dem Menschen die Natur näher zu bringen. Immer vor dem Grundsatz »Natur Natur sein lassen«. Wo das eine mit dem anderen nicht mehr vereinbar ist, stößt der Nationalpark an seine Grenzen. Dann braucht es die Mitarbeit und das Engagement aller, der Einheimischen, der Touristiker, der Politiker und natürlich auch der Gäste selber, um sich gemeinsam für den Erhalt einer einzigartigen Naturlandschaft einzusetzen, die ihnen seit Jahrhunderten viel mehr zurückgibt, als sie verlangt. Sie ist Heimat, Lebensraum, Ruhepol, sportliche Herausforderung oder Arbeitgeber und bittet den Menschen eigentlich nur um eines: Rücksichtnahme. Ich empfehle dem Nationalpark Berchtesgaden ein Motto für die nächsten 40 Jahre: »Heute weniger ist in Zukunft mehr«. Alexandra Rothenbuchner © Josefine Unterhauser Komm vorbei! Im Nationalparkzentrum »Haus der Berge« in Berchtesgaden. Haus der Berge Nationalparkzentrum Hanielstraße 7 83471 Berchtesgaden +49 8652 979060-0 hausderberge@npv-bgd.bayern.de haus-der-berge.bayern.de 19

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