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ALPGOLD | Advents Zauber 2018

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Weihnachtsmärkte, 200 Jahre Stille Nacht

Traditionelles Brauchtum

Traditionelles Brauchtum im Berchtesgadener und Salzburger Land Das Berchtesgadener Land und Salzburg halten das ganze Jahr über eine Vielzahl an Tradition bereit. Gerade im Advent ist das Berchtesgadener Land und angrenzendes Österreich reich an Brauchtum. Viele der Bräuche, die über Jahrhunderte bewahrt wurden, sind in dieser Form einmalig. Überwiegend die Bauern waren von jeher den Gewalten der Natur ausgeliefert. Aus jener Abhängigkeit heraus entstand ein Glaube, der sich in den religiösen Bräuchen und Traditionen widerspiegelt. Besonders zu Weihnachten zeigt sich die Vielfalt dieser Bräuche, die seit jeher gehegt und gepflegt werden. Das Christkindl-Schießen Der Ursprung des Weihnachtsschießens liegt im heidnischen Lärmbrauchtum. Bereits vor Jahrhunderten versuchten die Menschen die dunkle und kalte Jahreszeit mit lautem Glockengeläute und Kettengerassel zu vertreiben, um die Natur wieder zu erwecken und böse Geister zu vertreiben. Dieser Brauch setzte sich fort bis ins beginnende 19. Jahrhundert, wo schließlich die Ketten durch kurzläufige, großkalibrige Handböller ersetzt wurden. Seither wird ab einer Woche vor dem Heiligen Abend um 15:00 Uhr mit Glockengeläute und dem „Christkindlschießen“ die Ankunft Christi und damit die Weihnachtszeit angekündigt. Am Heiligen Abend selbst wird die Christmette von 23.30 bis 24.00 Uhr mit Böllerschüssen eingeläutet. Auch den Jahresübergang begleiten die Weihnachtsschützen mit Böllerschüssen, um das alte Jahr zu verabschieden und gleichzeitig das neue zu empfangen. Rund 3000 Weihnachtsschützen aus ins- 4

gesamt 17 Vereinen sind Mitglieder der „Vereinigten Weihnachtsschützen des Berchtesgadener Landes“, mit dem Ziel, das überlieferte Brauchtum zu bewahren, über Generationen weiter zu pflegen und einzuhalten. Klöcklsingen Ein Einkehrbrauch, der erstmals um 1450 schriftlich erwähnt wurde, ist das „Klöcklsingen“ an den ersten zwei Donnerstagen im Advent. Klöckln ist das alte Wort für Klopfen, denn damals zogen die armen Leute bei Einbruch der Dunkelheit von Haus zu Haus und klopften an die Haustüren, um mit Liedern und Gebeten den Hausbewohnern Segen zu bringen. Als Dank erhielten die Klöckler Lebensmittel, wie Äpfel, Birnen, Speck und Brot. Heutzutage setzen meist Kinder und Jugendliche im Berchtesgadener Land und Salzburg die Tradition des Klöcklsingens fort, das gesammelte Geld wird dabei für einen guten Zweck verwendet. Nikolaus, Buttnmandl und Kramperl Ein weiterer Einkehrbrauch ist das Kramperl- und Buttnmandllaufen. Nach altem Brauch, noch aus der Keltenzeit stammend und durch den Nikolaus christianisiert, begleiten alljährlich im Dezember die in Stroh und Fell gehüllten Buttnmandl und Kramperl den Heiligen Nikolaus von Haus zu Haus. Die in langes Stroh eingebundenen Buttnmandl und in Fell gekleideten Kramperl tragen nach alter Tradition Larven, Mundart Loav‘n (Fell- und Holzmasken), mit Hörnern und langen Zähnen. Um die Taille gebundene, schwere Kuhglocken und eine Rute vollenden das schauerliche Aussehen der wilden Gesellen. Der christliche Nikolaus trägt im Berchtesgadener Land die festliche Kleidung eines Bischofs. Oftmals wird er in einigen Dörfern der Bergregion Berchtesgaden von einem „Nikoloweibl“, einem in Mädchentracht gekleideten Jungen, oder einem Engel begleitet. Unter dem Einkehrbrauch wird der Besuch der Bass in den Bauernhöfen und Häusern verstanden. Die Familien dort werden zunächst mit einem „gelobt sei Jesus Christus“ begrüßt. Nachdem der Nikolaus von seinem Weg durchs Tal erzählt und aus seinem goldenen Buch von den bösen oder guten Taten der anwesenden Kinder berichtet, tragen die Kinder Gebete vor und singen Lieder. Die Kramperl drohen dabei mit der Rute und verteilen auch mal einen Schlag. Im Anschluss bekommen die braven Kinder zur Belohung kleine Geschenke, wie Äpfel, Nüsse oder Süßigkeiten. Wenn sich vor der Tür der heilige Nikolaus und seine Bass mit Getränken und Essen vom Hausherren wieder gestärkt haben, ziehen sie mit lautem Geschrei und Glockengeläute weiter zum nächsten Haus. In Salzburg ist ein ähnlicher Brauch vertreten, doch anstelle von Buttnmandl begleiten hier die Perchten den Nikolaus. Diese sind ebenfalls in Fell gekleidet, tragen schwere Kuhglocken und Ruten oder Peitschen und furchteinflößende Loav‘n. Mit den Perchten wird ebenfalls der Glaube an ein gutes und gesundes Jahr und Fruchtbarkeit verbunden. 5

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